Lesen UND Forschen

Frankfurt und die Literatur, das ist eine jahrhundertealte Beziehung und nicht erst durch Goethe begründet. Bereits seit dem Mittelalter findet hier jährlich die größte Buchmesse der Welt statt, treffen sich Verleger, etablierte Autoren und Newcomer und verwandeln die Stadt im Oktober in zahllosen Veranstaltungen einige Tage lang in einen Marktplatz der Sprache und Ideen. Konstant prägen zahlreiche Verlage, wie Suhrkamp-, Fischer-, Eichborn- oder Campus-Verlag, Frankfurts Profil, ebenso wie die Denker der Frankfurter Schule von Theodor Adorno über Max Horkheimer bis zu Jürgen Habermas, wie die Karikaturisten der neuen Frankfurter Schule, wie Robert Gernhardt, F. W. Bernstein, F, K. Waechter, Eckhard Henscheid u. a. Hier leben Autorinnen und Autoren wie Alissa Walser und Wilhelm Genazino. Nicht von ungefähr steht in Frankfurt die Deut¬sche Bibliothek, als “Gedächtnis der Nation”.
DEUTSCHE BIBLIOTHEK
Die Deutsche Bibliothek, 1947 auf Grund der Trennung von der Deut¬schen Bücherei Leipzig gegründet, ist Sammelstelle aller Publikationen, ob gewerblich oder nicht gewerblich, ob in Papierform oder auf anderen Datenträgern. Seit 1990 wieder mit Leipzig vereinigt, archivieren beide Häuser derzeit ca. 19 Millionen Einheiten. Unterschiedliche Sammlungen, in Frankfurt zum Beispiel das deutsche Exilarchiv, und wechselnde Aus¬stellungen, laden zu einem Besuch ein.
Nordend, Adickesallee 1, Tel. 069 1525-0, U1/2/3 MiqueT/Adickesallee,
Öffnungszeiten’Lesesäle: Mo-Do 10-20 Uhr, Fr 10-18 Uhr, Sa 10-17 Uhr, www.ddb.de
POELZIG BAU
Die geisteswissenschaftlichen Fakultäten waren die Vorreiter: Sie bezogen vor wenigen Jahren, nach dem Ende der Sanierungs- und Umbauarbei¬ten, als erste Fakultäten der Universität den neuen Campus Westend. Der siebengeschossige Bau am Grüneburgplatz ist ein Gebäude mit Vergan¬genheit, seine Geschichte ist nicht unumstritten.. Architekt Hans Poelzig errichtete das bogenförmige Haus zwischen 1928 und 1931 als Verwal¬tungsgebäude und zentralen Firmensitz des Chemiekonzerns IG Farbenin dustrie AG. Nach dem Zweiten Weltkrieg Hauptquartier der amerikani¬schen Streitkräfte in Deutschland, bildet es heute den Mittelpunkt des Campus Westend. Die großzügige Parkanlage mit attraktivem Wasserbe¬cken geht auf den Gartenarchitekten Hermann Mattem zurück.
Das Land Hessen erwarb zusätzlich ein knapp 12 000 Quadratmeter großes Grundstück auf dem Campus für den Ausbau der Universität.
1914 als Stiftungsuniversität gegründet, lehren und forschen heute an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität ungefähr 2 500 Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter in 16 Fachbereichen. Schon in ihren jun¬gen Jahren zog die Frankfurter Universität namhafte Geistesgrößen an, Franz Oppenheimer übernahm 1919 den ersten soziologischen Lehrstuhl Deutschlands; ein Jahr später wechselte der Physiker Friedrich Dessauer – bekannt durch seine Forschungen zur Strahlenkunde – nach Frankfurt. Schließlich wirkten auch die späteren Nobelpreisträger Max von Laue und Max Born am Aufbau der naturwissenschaftlichen Fakultät mit. Als Institutsleiter des “Instituts für Sozialforschung” kam 1930 Max Horkhei- mer an den Main. Er kehrte nach seinem Exil 1950 nach Frankfurt zurück und repräsentierte später mit Theodor W. Adorno und anderen die Frank¬furter Schule. Als Hauptwerk der Schule gilt die von Horkheimer und Adorno gemeinsam verfasste Essay-Sammlung “Dialektik der Aufklärung”.
Das Fächerspektrum an der Goethe-Universität reicht heute von der Rechtswissenschaft und den Wirtschaftswissenschaften über die Geis¬tes- und Gesellschaftswissenschaften bis zu den Naturwissenschaften und der Medizin. Derzeit ist die Universität auf vier Standorte über das Stadtgebiet verteilt.
Die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität gehört mit über 35 000 Studie¬renden zu den größten deutschen Hochschulen.
Westend, Grüneburgplatz 1, U1/2/3 Holzhausenstraße / Uni Campus Westend, www. uni- frankfurt. De

PORTIKUS – ALTE STADTBIBLIOTHEK – LITERATURHAUS
Bis zum Neubau einer Bibliothek tat man sich schwer. Fast 30 Jahre – von 1788 bis 1816- beriet der Senat darüber, erst dann fiel die Entschei¬dung für den Bau an der Schönen Aussicht. Der Architekt und Stadtbau¬meister Johann Christian Hess erhielt den Entwurfsauftrag, 1825 wurde das klassizistische Gebäude der Öffentlichkeit übergeben. Die Alte Stadt¬bibliothek galt Anfang des 19. Jahrhunderts als das Prunkstück der ele¬ganten Promenade am nördlichen Mainufer, an der Schönen Aussicht. Bombenangriffe zerstörten sie im Zweiten Weltkrieg fast völlig, nur die sechs weißen Säulen des Portikus blieben stehen. Das sollte über 50 Jah¬re so bleiben. Erst im Jahr 2000, auf der Basis privater Finanzierung, wurde dem Wiederaufbau der Alten Stadtbibliothek nach Plänen von Christoph Mäckler zugestimmt. Anfang Oktober 2005 konnte die Alte Stadtbibliothek mit einer literarischen Veranstaltung wiedereröffnet wer¬den. Sie ist seither das neue Domizil des Literaturhauses. Heute stehen in den historisch nachgebildeten Räumen wieder Lesungen und andere lite¬rarische Veranstaltungen auf dem Programm.
Ostend, Schöne Aussicht 2, Literaturhaus Frankfurt,
S-Bahn Ostend, Straßenbahn 14 Heiiigggßthospitai, www.iiteraturhaus-frankfurt.de

TIPP
Im Literaturhaus-Cafe kann man in großzügigen Räumen den Blick auf den Main genießen. Auch die Autoren beschließen den Abend nach der Lesung oft hier. Die Küche bietet mediterrane, asiatische und traditionelle Speisen. Im Sommer findet der Besucher auch auf der Terrasse Platz. Portikus,
Tel. 069 92882646, Öffnungszeiten: täglich 10-1 Uhr, www.literaturhaus-restaurant.de

ROMANFABRIK
Das Ostend ist das nachweisliche Zentrum des Frankfurter Literatur¬betriebs. Das Literaturbüro im Mousonturm, das seit 2005 im Portikus ansässige Literaturhaus und (als älteste im Ostend plat¬zierte Institution) die Romanfabrik: sie feierte 2005 ihr 20-jähriges Jubiläum. Außer der Literatur pflegt ihr Direktor Michael Hoh- mann vor allem das Chanson. Seit 1998 (nach dem Umzug aus der legendären Uhlandstraße, ebenfalls im Ostend) wird in den hochmoder¬nen Räumen an der Hanauer Landstraße der inzwischen auch internatio¬nal äußerst angesehene Chanson-Wettbewerb “Zarah” ausgerichtet.

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