KLASSIKER

Frankfurt ist eine Stadt mit reicher historischer Tradition. Schon im 13. Jahrhundert vergibt der Kaiser an Frankfurt das Privileg, jedes Jahr auf dem Römerberg eine Herbstmesse abzuhalten. Kaiserdom und Paulskirche in der geschäftigen Mainmetropole laden heute dazu ein, den Wandel vom mittelalterlichen Kaiserreich zum deutschen Nationalstaat zu verfolgen. Mit der Versammlung in der Paulskirche 1848 beginnt in Deutschland die Demokratie.

KAISERDOM
Eigentlich war die Sankt-Bartholo- mäus-Kirche nie Bischofssitz und ist damit – streng genommen – auch kein Dom. Karl IV. beschließt 1356 in seiner Goldenen Bulle ein Gesetz, das diese Kirche zur Wahl¬kirche der deutschen Könige er-klärt. Zwischen 1562 und 1792 ist sie darüber hinaus Ort der Kaiserkrö¬nungen, weshalb ihr der Volksmund den bis heute erhaltenen Namen “Kaiserdom” gab. Der heutige Kaiserdom ist bereits die fünfte Steinkirche an dieser Stelle. Ältester Vorgänger ist die spätmerowingische Saalkapelle eines Königshofes um 680 n. Chr. 1239 wird die Kirche dem heiligen Bar-tholomäus geweiht und zur gotischen Hallenkirche umgebaut. 1867 zer¬stört ein Brand sie weitgehend, zwei Jahre später wird sie im gotischen Stil der Urkirche wieder aufgebaut. 1944 fällt die Kirche den Bombenan¬griffen des Krieges zum Opfer. In den Jahren von 1950 bis 1953 wird sie ein viertes Mal aufgebaut.
Der 95 Meter hohe spätgotische Turm erhält sein heutiges Aussehen erst bei der grundlegenden Restaurierung nach dem Großbrand von 1867.
Über 324 Stufen erreicht man die Spitze des Kirchturms und kann den Blick über die Stadt genießen. Besonders sehenswert im Kircheninnern sind das Chorgestühl aus dem 14. Jahrhundert, der Maria-Schlaf-Altar von 1434 in der Marienkapelle und das Bartholomäus-Fries aus dem 15. Jahr- hundert. Eindrucksvoll ist auch die Kreuzigungsgruppe des Bildhauers Hans Backoffen aus dem Jahre 1509 in der Turmhalle – sie gilt als Meis-terwerk der Frührenaissance. Im Kreuzgang der Kirche befindet sich heute das Dommuseum mit dem Domschatz. Zu den besonderen Exponaten ge¬hören die silbernen und goldenen Grabbeigaben aus einem spätmerowin- gischen Mädchengrab, das im Mittelschiff des Doms entdeckt wurde.
City, Römerberg, Tel. 0692970320, U4-U5 Römerberg, Öffnungszeiten: täglich 14.30-18 Uhr und Sa-Oo 9-12 Uhr, Dommuseum: Di-Fr 10-17 Uhr, Sa und So 11-17 Uhr, www.dom-frankfurt.de
HINWEIS
Auf Grund umfangreicher Renovierungsarbeiten ist der Turm des Doms frühestens ab 2008 wieder zu besteigen.
HINWEIS
Der historische Krönungsweg, auf dem die Herrscher vom Rathaus zur Krönung in die Bartholomäuskirche gingen, verlief vom Dom aus westwärts.
Heute führt dieser Weg zum Römerberg vorbei am archäologischen Garten,
in dem Reste römischer, karolingischer und mittelalterlicher Bebauung zu sehen sind.
Die Besiedlung der Weltstadt Frankfurt ging vom Domberg aus.
RÖMERBERG
Geht man vom Dom aus in westlicher Richtung – vorbei am “Steinernen Haus”, einem spätgotischen Bürgerhaus aus dem 15. Jahrhundert- er¬reicht man nach wenigen Minuten den Römerberg. Frankfurts “Gudd Stubb” war von je her ein Zentrum Frankfurter Geschichte und ist heute noch Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Hier wurde Gericht gehalten, und aus dem Markt, der dort seit dem 9. Jahrhundert stattfand, entwickelte sich die internationale Messe Frankfurt. Die Krönungsfeierlich¬keiten machten den Römerberg über Jahrhunderte zu einem der zentralen Plätze deutscher Geschichte, Die heimeligen Fachwerkhäuser rund um den Platz wurden im Zweiten Weltkrieg weitestgehend zerstört, so wie der Großteil der Altstadt, Sein heutiges Gesicht erhielt der Römerberg durch Rekonstruktionen nach historischem Vorbild.
RÖMER
Der Römer ist nicht nur das Wahrzeichen Frankfurts, er ist auch eines der bekanntesten Rathäuser der Republik. Am 11, März 1405 erwarb der Rat der Stadt Frankfurt das Haus “Römer”. In den folgenden Jahren wurden immer mehr angrenzende Häuser hinzugekauft und baulich integriert. Der “Römer”, das erste Haus, gab dem gesamten Gebäudekomplex, in dem nun seit mehr als 600 Jahren regiert wird, den Namen. In den Hallen im Untergeschoss wurden Messen abgehalten, im Obergeschoss gab es Räu¬me für Ratsgeschäfte und festliche Veranstaltungen wie den Kaisersaal. Die Häuserfront zum Römerberg wurde in den Nachkriegsjahren nahezu originalgetreu wieder aufgebaut. Sie besteht aus den drei Häusern Alt- Limpurg, Römer sowie dem Haus Löwenstein mit gotischen Stufengiebeln. Rechts davon schließen sich die Häuser Frauenstein und Salzhaus mit Mo¬saikdekor und schwarzen Motivplatten an, deren moderne Bauweise As¬soziationen an die Vorgänger aus Fachwerk wecken soll.
KAISERSAAL
Durch die Limpurger Gasse und das Römerhöfchen – einen mittelalter¬lichen Innenhof mit Herkulesbrunnen und Treppentürmchen – erreicht man den Kaisersaal. Die Nachbildung des im 17. Jahrhundert entstande¬nen Saals erinnert als einziger Raum an den alten Glanz des geschichts¬trächtigen Gebäudes. Hier fanden die Wahl- und Krönungsbankette statt. Der Raum mit Balkon zum Römerberg enthält eine Galerie mit Bildern der 52 Könige und Kaiser, die ab 1562 in Frankfurt gekrönt wurden. Mehr als 200 Jahre später, im Jahr 1792, war Franz II. der zehnte und letzte hier gekrönte Kaiser. Die Bildnisse haben den Krieg überstanden und sind wie¬der in ihre steinernen Nischen zurückgekehrt.
Auf dem Balkon zum Römerberg finden noch heute die Empfänge der Stadt zu besonderen Anlässen statt. Sei es die Rückkehr erfolgreicher deutscher Nationalmannschaften oder die sportlichen Erfolge der heimi¬schen Clubs, hier wird ihnen in aller Form gehuldigt.
HINWEIS
Im Zentrum des nach Westen hin abfallenden Platzes steht der Gerechtigkeitsbrunnen. Seine Justitia – ohne die sonst obligatorische Augenbinde – hat den Römer, das Frankfurter Rathaus, stets fest im Blick.
OSTZEILE
Gegenüber dem Römer steht die so genannte Ostzeile. Sie wurde erst zwischen 1980 bis 1983 nach historischem Vorbild wieder auf¬gebaut und verleiht dem Platz seither wieder etwas seines ur¬sprünglichen Aussehens. Die Häu¬serfront besteht aus sechs Bürger¬häusern in Fachwerkbauweise.
Die Neubauten sehen wie ihre historischen Vorbilder aus und ha¬ben auch deren Namen übernom¬men. Von links sind es: Großer En¬gel, Goldener Greif, Wilder Mann, Klein Dachsberg/Schlüssel, Großer Lau¬benberg und Kleiner Laubenberg. In historischen Zeiten wurden die zahlreichen kleinen Fenster buchstäblich zu Gold gemacht – ihre Besitzer vermieteten sie zu Krönungsfeierlichkeiten sehr gewinnbringend an die Zuschauer der Festlichkeiten.

查看更多:申请越南旅游签证手续 天堂豪華號遊船

Sehen Sie mehr: Reiseführer Hamburg, Rundreise Vietnam Kambodscha Laos, Tour Halong bay, Mekong Delta 2 Tagestour, Vietnam Rundreise 12 Tage

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply