KLASSIKER 2

ALTE NIKOLAIKIRCHE
Im Süden, an der Mainseite des Römerbergs, steht die frühgotische Alte Nikolaikirche (Baubeginn im 11./12. Jahrhundert). 1290 wurde die Kirche als kaiserliche Hofkapelle geweiht. Nach dem Umzug des Rats in den Rö¬mer im 15. Jahrhundert wurde sie als Ratskapelle genutzt. Vom Turm aus hatte damals ein Wächter die an- und ablegenden Schiffe “anzublasen”. Heute hängt hier ein 40-stimmiges Glockenspiel, das täglich um 9.05 Uhr, 12.05 Uhr und 17.05 Uhr für 5 Minuten erklingt, mittwochs wird es oft nach 12.05 Uhr sogar eine volle Stunde von Hand gespielt.
Besonders sehenswert sind die gotischen Sandsteinskulpturen außen so¬wie das Tympanon “St. Nikolaus” und die Grabmäler des ersten “Oberbür¬germeisters” der Stadt Frankfurt, Siegfried zum Paradiese und seiner Frau. An der Ostwand, aus rotem Sandstein, eine Nachbildung des Christus als “Schmerzensmann” (Original um 1370, heute im historischen Museum).
HINWEIS
Geht man von der Alten Nikolaikirche ein paar Schritte in Richtung Mainufer, ist rechter Hand das Haus Wertheym zu bewundern. Es ist das einzige erhaltene Fachwerkhaus der Altstadt, entstanden um 1600.
HINWEIS
Im Sommer gewährt die Nikolaikirche um die Mittagszeit Entspannung von Alltag und Stress durch 30-minütige Meditationspausen mit Orgelmusik.
TIPP
Wer nach so viel Geschichte hungrig geworden ist, dem ist der selbst gebackene Kuchen im Cafe Wertheim sicher eine kleine Sünde wert.
PAULSKIRCHE
Durch die Braubachstraße vom Römerberg getrennt ist der Paulsplatz und darauf die Paulskirche, die für ein besonderes Kapitel deutscher Geschich¬te steht, Der 1833 eingeweihte elliptische Bau mit klassizistischen Formen gilt als Symbol der deutschen Demokratie. Hier tagten ab dem 18. Mai 1848 die 585 Abgeordneten der deutschen Nationalversammlung. Das er-ste gesamtdeutsche Parlament verabschiedete hier die Grundsätze einer
demokratisch legitimierten Reichs¬verfassung. Der Bau wurde 1944 zerstört und 1947-49 innen vor¬wiegend modern erneuert. Heute wird die Paulskirche als Ort feier¬licher Veranstaltungen genutzt, unter anderem wird hier jedes Jahr im Rahmen der Buchmesse der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.
KARMELITERKLOSTER
Nur wenige Gehminuten entfernt über die Bethmannstraße und Münzgas¬se erreicht man das Karmeliterkloster. Die Ursprünge der einzig erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlage Frankfurts reichen zurück bis ins 13. Jahr¬hundert. Im Mittelpunkt der Anlage steht die Kirche St. Maria, die heute das Museums für Vor- und Frühgeschichte beherbergt. Im Refektorium und im Kreuzgang sind große Zyklen vorbarocker Wandbilder zur Ordens¬und Heilsgeschichte zu bewundern. Erschaffen wurden sie 1514 bis 1521 von dem schwäbischen Maler Jörg Ratgeb.
GOETHEHAUS
Nicht weit vom Karmeliterkloster stand einst die Wiege des wohl berühm¬testen Sohnes der Stadt. 1733 erwarb die Familie Goethe zwei Fachwerk¬häuser am Großen Hirschgraben, die durch Umbau zu einem Gebäude zu¬sammengefasst wurden. Hier wurde der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe am 28.
August 1749 geboren, verlebte seine Kindheit und schuf als jun¬ger Mann in seinem Studierzim¬mer die ersten Werke von Welt¬ruhm. Anregung für die Figur des Gretchens beispielsweise er¬hielt Goethe durch einen realen Frankfurter Strafprozess, der in einer Hinrichtung gipfelte.
Goethes Geburtshaus wurde 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. Kurz nach Kriegsende begann der Wiederaufbau, und 1951 konnte das Haus wieder für Besucher öffnen. Unter den Einrich¬tungsgegenständen sind nur noch wenige Originalstücke aus dem Nach¬lass der Familie Goethe zu finden. An das Wohnhaus angeschlossen ist das Goethe-Museum – Schriften und Bilddokumente zeugen hier vom gro- ßen Dichter und seinerzeit.

HAUPTWACHE
Die Hauptwache wurde 1729/30 fertig gestellt und diente der Stadt als Wachgebäude für die Frankfurter Miliz und als Gefängnis. Priviligierte Ge¬fangene wurden unterm Dach der Hauptwache untergebracht, die Schwer) Verbrecher in den Kellerverliesen. Auch der legendäre Räuberhauptmann Schinderhannes war hier eingekerkert. Im Zentrum dramatischer Ereignisse stand der Bau 1833, ein politischer Aufstand führte zum – erfolglosen -Sturm auf Haupt- und Konstablerwache. Schon 1905 wandelte sich das Ambiente grundlegend: Der Aufenthalt hier wurde zum reinen Vergnü¬gen – die Hauptwache zum Kaffeehaus. Das Cafe Hauptwache ist auch heute beliebter Treffpunkt im Herzen der Stadt. Darüber hinaus ist die Hauptwache zentraler Verkehrsknotenpunkt Frankfurts.
BÖRSE
Von der Hauptwache erreicht man in weni¬gen Minuten die Börse. Der Volksmund nennt das zwischen 1874 und 1879 entstanden Gebäude auch “Kapi¬talistendom”. Der Kup- pelbau ist im Stil der Neurenaissance erbaut. Die Fassade aus gelbem Sandstein ist im zentralen Bereich durch Doppelsäulen gegliedert. Seit dem Bau der Neuen Börse im Stadtteil Hausen ist nur noch der Parkett-handel der führenden deutschen Wertpapierbörse hier untergebracht. Auf dem Börsenplatz vor dem Gebäude symbolisieren die Bronzefiguren “Bulle und Bär” von Reinhard Dachlauer (1985) Börsen-Hausse und -Baisse, das Auf und Ab an der Börse.

Für mehr Infos: Hamburg Reiseführer | Vietnam Kambodscha Rundreise 2014 | Halong tours | 2 Tage Mekong Delta | Vietnam Rundreise 7 Tage

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply