Frankfurter Spezialitäten

APFELWEIN
Besonders in Sachsenhausen, Bornheim und anderen alten Stadtbezirken hängen sie noch an den Häusern: die Reisigkränze, Kennzeichen für die Frankfurter Apfelweinwirtschaft. Der “Ebbelwei” hat durch die vielen Obstbauern rund um Frankfurt lange Tradition. Seine Geschichte lässt sich seit dem 18. Jahrhundert belegen. In der Umgebung gedeihen nach wie vor zahlreiche süße und saure Apfelsorten. Und manches Apfelwein¬lokal keltert auch heute noch selbst.
Ziemlich sauer ist es, das Frankfurter Nationalgetränk, und schmecken tut’s üblicherweise frühestens nach dem dritten Glas. Doch die Verdau¬ung freut der vergorene Apfelmost, und geselllig geht es in den Apfel¬weinwirtschaften immer zu. Bestellt wird das Stöffche üblicherweise nicht im Glas, sondern im Bembel, einem grauen Keramikkrug mit blauer Bemalung. Es beginnt beim 5er-Bembel mit fünf Glas Apfelwein und kann sich bis zum 4-Liter-Krug steigern. Anfänger sollten sich eine Flasche Mi¬neralwasser dazu bestellen. So kann jeder selbst entscheiden, ob er das Stoffche pur oder als “sauer Gespritzten” mit Mineralwasser genießen mag. Besonders an heißen Tagen fließt der Apfelwein süffig durch die Kehle, so dass manch einer den Alkoholgehalt erst beim Nachhausege¬hen merkt. Auch wer’s nicht so sauer mag, einen Süßgespritzten (mit Li¬monade statt Wasser) sollte man nur im äußersten Fall bestellen. In ein¬gefleischten Apfelweinwirtschaften erntet man dafür allenfalls böse Bli¬cke oder einen deftigen Frankfurter Scherz.
HINWEIS
An Wochenenden und Feiertagen geht’s mit dem Ebbelwei-Express, der historischen Straßenbahn, vom Zoo durch die Innenstadt und Sachsenhausen wieder bis zum Zoo. Bei der etwa einstündigen Rundfahrt darf das Stoffche natürlich nicht fehlen. So lassen sich Frankfurts Sehenswürdigkeiten gemütlich bei Apfelwein, Apfelsaft,
Mineralwasser und Laugenbrezel im Vorbeifahren betrachten.
Infos unter: www.vgf-ffm.de oder www.stoeffche.de

HANDKÄS, RIPPCHE UND GRIE’SOSS
Ohne gute Grundlage sollte man dem “Stoffche” nicht zu sehr zusprechen. Eine handfeste Basis ist der Handkäs’ mit Musik. Der gelbweiße, runzelige Käse wird aus Sauermilchquark hergestellt. Typischerweise schwimmt er
in Frankfurter Vinaigrette, einer Öl-Essig-Salz-Pfeffer-Mischung, wahlweise mit Kümmel. Für die Musik, das Lüftchen im Darm, sorgen die frischen Zwiebeln. Auch die weiteren Frankfurter Spezialitäten sind eher deftig-kräf¬tig. Zum Apfelwein isst man Ripp¬chen, Schäufelche oder Haspel, in der Regel mit Sauerkraut und Püree, in der kleineren Variante auch mal nur mit Brot. In der traditionellen Frankfurter Küche wurde nur gekocht, heute werden die Frankfurter Gerichte aber auch gegrillt angeboten. Deutlich leichter kommt da die Grie Soß’ daher, die schon Goethe zu sei¬ner Leibspeise erkor – allerdings nur von seiner Mutter zubereitet. Sie veredelt Tafelspitz und schmeckt auch einfach mit Kartoffeln und vier hal-ben Eiern. Sieben Kräuter müssen es sein, mit dem Wiegemesser ge¬schnitten, nur dann ist es die original Grüne Soße. Ein verbindliches Re¬zept gibt es nicht, besonders an der Frage, ob mit oder ohne Mayonnaise, scheiden sich die Geister. Damit man nicht immer sieben verschiedene
Bund Petersilie, Pimper¬neile, Schnittlauch, Kres¬se, Kerbel, Sauerampfer und Borretsch kaufen muss, gibt es auf den Wo¬chenmärkten die Kräuter schon als Mischung zu¬sammengestellt.
Weltweit bekannt ist das Frankfurter Würstchen im Doppelpack. Die Frankfur¬ter selbst haben zu einer anderen Wurst ein viel innigeres Verhältnis: In der Mainstadt ist das Synonym für Wurstgenuss Gref-Völsings. Die reine Rindswurst kommt aus dem Frankfurter Ostend, hier wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts erfunden, hier wird sie immer noch produziert. Verkauft wird die fettarme Rindswurst überall, wo Gref-Völsing dransteht, und oh¬ne Haut schmeckt sie am besten. Also direkt so bestellen.
Ein Schneegestöber, eine herzhafte Käsemischung aus Camembert, Ger¬vais und Butter, gewürzt mit Pfeffer, Paprika und Zwiebeln, kann manch festliches Mahl beschließen.

BETHMÄNNCHEN & FRANKFURTER KRANZ
So deftig die Frankfurter Küche ist, auch Schleckermäulchen kommen hier nicht zu kurz. Bethmännchen sind eine süße Leckerei aus Marzipan und Mandeln. Die kleinen Köstlichkeiten wurden nach einem Rezept der Fa¬milie Bethmann benannt. Vater Simon Moritz war Stadtrat in Frankfurt. Die Mutter hatte beim Backen für jeden der vier Söhne eine Mandelhälf¬te in Teigkugeln gedrückt. Als einer der Söhne starb, ließ man eine der Mandeln fort, seitdem sind Bethmännchen nur noch mit drei Mandelhälf¬ten bestückt. Deutlich mächtiger kommt der Frankfurter Kranz daher, Krö-nung jeder Kaffeetafel. Frankfurter Konditoren schufen das köstliche – und sehr kalorienhaltige – Backwerk aus Buttercreme, ein wahrer Affront für Schlankheitsfanatiker.

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