ARCHITEKTUR

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Frankfurt eine der schönsten Altstädte Deutschlands. Nach den Bombenangriffen lag sie wie der Großteil der Stadt in Schutt und Asche. Man nutzte die Chance zum wirtschaftlichen und architektonischen Neubeginn. Die bekannteste Skyline der Republik zeugt davon. Sie trug der Mainmetropole nicht nur den Beinamen Man¬hattan, sondern auch den Ruf ein, die amerikanischste der deutschen Städte zu sein.
SAALGASSE
Nur wenige Gebäude der Altstadt wurden wie der Römer oder die Ost¬zeile des Römerbergs nach historischem Vorbild rekonstruiert. Doch längst nicht alles, was über die Jahre geschaffen wurde, war architektonisch besonders wertvoll. In der Saalgasse zeigt sich allerdings, wie moderne Architektur mit viel Einfühlungsvermögen die historische Bauweise zitie¬ren kann. Beginnend am Weckmarkt am Dom bis hin zum Haus “Zum Schwarzen Stern” am Römerberg vereint diese Stadthäuser-Zeile bauliche Elemente früherer Perioden und Stilmittel der Gegenwart.
HAUPTBAHNHOF
Wer per Zug in die Messestadt reist, sollte sich einen Moment Zeit neh¬men für das Gebäude, in dem er ankommt, Bei der Fertigstellung 1888 war der Hauptbahnhof (damals “Centralbahnhof”) die größte Eisenbahn¬station des Kontinents, Der Bahnhof aus gelbem Sandstein im Geschmack der Neurenaissance war ursprünglich als dreischiffige Halle für 18 Gleise konzipiert, Um Platz für zusätzliche Gleise zu schaffen, wurde der Bau 1912-1924 neoklassizistisch erweitert. Die gesamte Dachkonstruktion wurde in den vergangenen Jahren detailgetreu renoviert und erstrahlt heute im neuen Glanz.
Der Frankfurter Hauptbahnhof ist immer noch die wichtigste bundeswei¬te Drehscheibe für den Zugverkehr. Mit etwa 350.000 Reisenden und Be¬suchern täglich werden hier mehr als doppelt so viele Personen befördert wie am Frankfurter Flughafen. Gastronomie und Einzelhandel auf mehr als 9.000 m2 Fläche bilden eine Einkaufspassage, die weit vor und nach den gängigen Laden-Öffnungszeiten genutzt werden kann.
Wer sich im Hinausgehen noch einmal umdreht, kann über dem impo¬santen Haupteingang die Atlasgruppe von Gustav Herold bewundern – Atlas trägt die Erdkugel auf den Schultern, unterstützt von Dampf und Elektrizität.
HINWEIS
Ein kurzer Gang über die Kaiserstraße oder der Weg zu Fuß in die Innenstadt lohnt auf alle Fälle. Zwar befindet sich hier, besonders in den Seitenstraßen, das Rotlichtviertel, aber die Kaiserstraße mit ihren Gründerzeithäusern hat sich in den letzten Jahren herausgeputzt und erinnert wieder an ihre Zeiten als Prachtstraße, als sie eine der bedeutendsten Verkehrsachsen Frankfurts war.
MESSETURM
Unweit des Bahnhofs: das Messegelände und der Messeturm. Bei der Fertigstellung 1990 war er mit 256,5 Metern das höchste Gebäude Euro¬pas. Seitdem ist er ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt. Rund 3.500 Menschen arbeiten im Bau des Architekten Helmut Jahn. Der Mes¬seturm ist aus rosa Granit und Glas in Formen des Art Deco erbaut und erinnert mit seiner charakteristischen Spitze an einen aufgestellten Bleistift. Aus Sicherheitsgrunden ist der lurm nicht fur Besucher zuganglich.

MESSEGELÄNDE
Das Messegelände, nur während der zahlreichen Messetermine zugänglich, wurde in den letzten 20 Jah¬ren umstrukturiert. Neben dem Messeturm ist das 1983 erbaute Torhaus von 0. M. Unger eines der markantes¬ten Gebäude und steht als Symbol für die Weltoffenheit der Messe. Auch die neu ge¬staltete Halle 3 mit dem größten einen freien Raum überspannenden Hallendach Europas gilt als eines der neuen Wahrzeichen Frank¬furts. In die moderne Gestaltung des Messegeländes wurde auch das äl¬teste Bauwerk, die 1909 fertig gestellte Festhalle von F. V. Thiersch inte¬griert. Sie wird heute als Ort für Konzerte und Großveran¬staltungen genutzt.
HAMMERING MAN
Zu Füßen des Messeturms der Hammering Man von Jonathan Borofsky (1991). Er gehört zu den bekanntesten modernen Skulpturen im Frankfurter Stadtbild. Einem Scherenschnitt gleich hebt sich die überdimensionale Metallskulptur vom Hinter-grund ab, ständig in Bewe¬gung und geschäftig-wie die Stadt selbst.

COM M ERZBANK
Mit einer Höhe von 259 Metern löste das Commerzbank-Hochhaus von Sir Norman Foster 1997 den Messeturm als höchstes Bürogebäude Euro¬pas ab. Wenn man den Antennenmast mitrechnet, bringt es das Gebäu¬de sogar auf 299 Meter. Insgesamt neun Gärten befinden sich hinter der Glasfassade – einer in der luftigen Höhe von 144 Metern. Das Gebäude ist als Niedrigenergiehaus konzipiert und damit einer der ersten ökologi¬schen Wolkenkratzer weltweit. Auch der Commerzbank-Tower ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
TIPP
Skyline mal anders. Gemütlich verweilen und zugleich im Vorüberziehen die ßürotürme bewundern kann man bei einer geruhsamen Mainfahrt. Abfahrt der Schiffe am Mainkai, Nähe Eiserner Steg. Im Anschluss daran lohnt sich ein Spaziergang zum Museumsufer auf der Sachsenhäuser Seite des Mains. Hier lässt sich auf dem Weg zum Architekturmuseum der schöne Bau von Richard Meier, das Museum für Angewandte Kunst, bewundern.

MAIN TOWER
Die Architektur des 200 Meter hohen Gebäudes besticht durch ihre auf die Grundformen Kreis und Quadrat reduzierte, klare Formsprache. Was den Main Tower darüber hinaus zum echten Anziehungspunkt und zur Sehenswürdigkeit macht: Im Gegensatz zu den meisten anderen Hoch¬häusern der Stadt steht er Besuchern offen. Mit einem der schnellsten Aufzüge Deutschlands geht es nach oben auf die Aussichtsplattform im 54. Stock. Von dort bietet sich ein fantastischer Blick über Frankfurt bis weit ins Rhein-Main-Gebiet hinein.
TIPP
Gehoben speisen kann man – in jeder Beziehung – im Maintower Restaurant,
200 Meter über der Stadt.
Tel. 069 36504777,
www.maintower-restaurant.de
Öffnungszeiten: Di-Do 18-1 Uhr, Fr u. Sa 18-2 Uhr
EUROPATURM
Mit seinen 331 Metern überragt der Europaturm seit 1979 alle anderen Türme der Stadt. Die Frankfurter nennen ihn scherzhaft “Ginnheimer
Spargel”. Er ist nicht nur einer der höchsten Fernmeldetürme, die Kanzel mit einem Durchmesser von 32 Metern ist ungeschlagen. Bis 2000 war die Aussichtsplattform zugänglich, sie ist aber seither geschlossen.

MAIN PLAZA
Das Main Plaza steht für Architektur im Stile des New Yorks der 30er- Jahre und für Wohnen direkt am Sachsenhäuser Mainufer. In den Apart¬ments und Suiten leben vor allem Luxus liebende Langzeitgäste.
HINWEIS
Ein Spaziergang um den Walther-von-Cronberg-Platz, das ehemalige Schlachthofgelände, lohnt sich. Unter dem Motto “Wohnen am Fluss” sind hier in den vergangenen Jahren neue Wohnkonzepte entstanden und werden weitere entwickelt.

WESTHAFEN
Mit dem Projekt Westhafen entsteht ein neuer Stadtteil in einzigartiger Lage. Das Motto: Exklusives Wohnen in einer urbanen Architektur direkt
am Fluss. Ein Yachthafen, private Bootsanleger – hier gibt es Luxus pur für alle, die es sich leisten können. Erkennungszeichen des Quartiers ist der 2003 fertig gestellte Westhafen Tower, der im Volksmund bereits “Ap felweinglas” oder “Geripptes” (Begriff für Apfelweinglas) genannt wird. Das 99 Meter hohe Bürogebäude gehört zu einem Komplex, bestehend aus drei Gebäuden: neben dem Westhafen Tower selbst gehören der F lachbau Brückengebäude und das Dreieck des Westhafen-Hauses dazu.

TIPP
Im Weslhafen lässt es sich auch auf preislich einfacherem Niveau verweilen, und zwar in der Hemingway Lounge. Das Hemingway bietet eine spanisch orientierte Küche und eine umfangreiche Cocktailkarte.
Westhafen, Tel. 069 24009796, Öffnungszeiten: Mo-Do u. So 11-1 Uhr,
Fr 11-2 Uhr, Sa 18-2 Uhr www.hemingway-lounge.de

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